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Verena Pausder

In der hektischen Welt der deutschen Startups sticht Verena Pausder hervor. Pausder wurde am 12. Februar 1979 in Hamburg geboren. Ihr Unternehmergeist geht auf zehn Generationen der Familie Delius aus Bielefeld zurück, die für ihr Textilunternehmen bekannt war. Auch heute noch ist sie an diesem Familienunternehmen beteiligt.

Pausders akademische Laufbahn führte sie an die Universität St. Gallen in der Schweiz, wo sie Wirtschaftswissenschaften studierte und 2002 ihren Abschluss machte. Die Welt der Rückversicherung lockte sie zunächst, als sie ein Traineeprogramm bei der Münchener Rück begann. Aber die Verlockung der Tech-Welt erwies sich als unwiderstehlich. Sie wechselte in das Startup-Ökosystem, zunächst bei der be2 GmbH in München, dann bei der scoyo GmbH in Hamburg. Im Jahr 2012 übernahm sie als Geschäftsführerin die Leitung der Young Internet GmbH.

Im selben Jahr gründete sie Fox & Sheep in Berlin. Heute ist das Unternehmen einer der größten Entwickler von Kinder-Apps in Deutschland. Diesem Unternehmen folgte 2016 eine weitere Idee von ihr, die HABA Digitalwerkstatt. Bis 2019 war sie für beide Unternehmen als Geschäftsführerin tätig. Doch ihre unternehmerische Reise war damit noch nicht zu Ende. Im Jahr 2020 gründete sie gemeinsam mit Miriam Meckel und Léa Steinacker die ada Learning GmbH, an der sich auch die Handelsblatt Media Group beteiligte.

Abgesehen von ihren geschäftlichen Unternehmungen hat Pausder ein Gespür für das Schreiben. Ihr Buch “Das Neue Land”, das 2020 veröffentlicht wurde, bietet einen visionären Ausblick auf Deutschlands Zukunft und wurde schnell zum Spiegel-Bestseller. Im Jahr 2022 tat sie sich mit Lea-Sophie Cramer zusammen, um gemeinsam den Wirtschaftspodcast “FAST & CURIOUS” zu moderieren, der schnell an Bekanntheit gewann.

Ihr Einfluss ist nicht auf die Geschäftswelt beschränkt. Im Jahr 2022 übernahm Pausder zusammen mit Ariane Hingst die Frauenmannschaft des Berliner Fußballvereins FC Viktoria 1889. Mit ihren ehrgeizigen Plänen, den Verein von der Regionalliga in die Bundesligen aufsteigen zu lassen, unterstreicht Pausders Engagement im Sport ihre vielseitigen Interessen.

Pausders Privatleben ist ebenso reichhaltig wie ihr beruflicher Weg. Sie wohnt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Berlin. Interessanterweise war der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau der Ehemann ihrer Tante, und einer ihrer Urgroßväter war Gustav Heinemann, der dritte Bundespräsident.

Ihre Verbindungen reichen über ihre Unternehmen hinaus. Pausder ist Beiratsmitglied des Textilunternehmens Delius und Röhlig Logistics, Mitglied des Hochschulrats der CODE University und seit 2016 Mitglied des Aufsichtsrats von media:net brandenburg. Bis zur Verschmelzung mit der Commerzbank im Jahr 2022 war sie Mitglied des Aufsichtsrates der Commerzbank-Tochter comdirect.

Wenn es um soziales Engagement geht, ist Pausder ebenso leidenschaftlich. Sie hat den Verein “Digitale Bildung für Alle e.V.” gegründet und ist seit 2017 dessen Vorsitzende. In den frühen Tagen der COVID-19-Pandemie erlangte sie durch ihre Homeschooling-Website und Schul-Hackathons größere Bekanntheit. Daraus entwickelte sich edu-cloud.org, eine wachsende Sammlung von digitalen Bildungsressourcen.

Darüber hinaus war Pausder 2020 Mitbegründer der Initiative #stayonboard, die sich für eine vorübergehende Mandatsniederlegung von Vorstandsmitgliedern von Aktiengesellschaften während Mutterschaftsurlaub, Elternzeit, Krankheit oder Pflege einsetzt. Diese Initiative trug im Juni 2021 Früchte, als die gesetzlichen Änderungen vorgenommen wurden. Pausder war auch Mitglied des Innovationsrates der damaligen Beauftragten der Bundesregierung für Digitalisierung, Staatsministerin Dorothee Bär.

Die Anerkennung und Auszeichnungen für ihre Bemühungen sind zahlreich. Von der Ernennung zum “Young Global Leader” durch das Weltwirtschaftsforum im Jahr 2016 bis hin zur Verleihung des “Veuve Clicquot Business Woman Award” im Jahr 2019 wurden ihre Beiträge zur digitalen Welt und zur Gesellschaft im Allgemeinen gewürdigt.

Ihr neuestes Unterfangen? Berichten zufolge soll Verena Pausder an der Spitze der deutschen Startup-Szene stehen und die Nachfolge von Christian Miele als Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Startups e.V. antreten. Mit ihrer umfangreichen Erfahrung und ihrem großen Netzwerk scheint Pausder die perfekte Besetzung für diese Rolle zu sein, was auch von Miele selbst bestätigt wird.

Auf ihrem Weg hat Pausder das Traditionelle und das Moderne, das Familiäre und das Unternehmerische nahtlos miteinander verbunden und verkörpert einen Geist, der in die Zukunft blickt und gleichzeitig die Vergangenheit respektiert. Es ist klar, dass ihr Einfluss auf die deutsche Tech- und Startup-Szene noch viele Jahre lang zu spüren sein wird.

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