
Geboren am 11. Mai 1975 in West-Berlin, ist ein vielseitiger Mensch, der für seine umfangreichen Beiträge zur deutschen digitalen Landschaft bekannt ist. Als Autor, Publizist, Journalist, Blogger und Werbetexter war Lobo eine prominente Stimme in Diskussionen über das Internet, seine Kultur und die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft.
Persönliches Leben:
Sascha Lobo ist der Spross eines argentinischen Vaters und einer deutschen Mutter, die Archäologin und Kunsthistorikerin ist. Er wuchs in Berlin-Wilmersdorf auf und machte 1994 sein Abitur am Friedrich-Ebert-Gymnasium. Lobos Bildungshintergrund ist vielfältig; er studierte zunächst Journalismus an der Freien Universität Berlin, gefolgt von Biotechnologie an der Technischen Universität Berlin. Im Jahr 1998 begann er ein Studium der Sozial- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin, das er 2013 mit einem Diplom abschloss. Lobo hat offen über seine ADHS-Diagnose gesprochen. Zu seinen persönlichen Beziehungen gehören seine Ehe mit der Bloggerin Meike Stoverock bis 2020 und seit 2021 seine Ehe mit der Podcasterin Juliane Lobo (ehemals Juliane Wieler), mit der er zwei gemeinsame Kinder hat. Sie wohnen in Berlin-Prenzlauer Berg.
Karriere:
In den frühen 2000er Jahren gründete Lobo eine auf die New Economy spezialisierte Werbeagentur, die Ende 2001 vor der Insolvenz stand. Anschließend arbeitete er als Kreativdirektor im Internetbereich für eine Berliner Werbeagentur, war freiberuflich für Werbekampagnen tätig und schrieb Beiträge für die Zeitschrift “Blond”. Er behauptet, im Laufe der Jahre für ein Drittel der im DAX notierten Unternehmen gearbeitet zu haben.
2005 begann Lobo seine Bloggerkarriere mit “Riesenmaschine”, einem preisgekrönten Blog, in dem er neuartige Erfindungen vorstellte. Im Jahr 2006 schrieb er zusammen mit Holm Friebe ein Buch mit dem Titel “Wir nennen es Arbeit”, in dem es um digitale Arbeit jenseits der traditionellen Beschäftigung ging. Er war auch als inoffizielles Mitglied der Central Intelligence Agency tätig und parodierte den Begriff IM.
Im Jahr 2007 war Lobo Mitbegründer des Blog-Marketing-Unternehmens Adnation, das 2011 von Mokono übernommen wurde. Er hat Kolumnen für Zeitschriften wie “Tomorrow” geschrieben und zum 01blog der Cebit beigetragen. Seine Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf Kathrin Passig, mit der er 2008 das Buch “Dinge geregelt kriegen” verfasste. Im Jahr 2009 startete er seinen persönlichen Blog saschalobo.com.
Lobos Bekanntheitsgrad wurde durch verschiedene Auftritte im Fernsehen weiter gefestigt. So war er 2009 in der Dokumentation “Der Loboist” auf Arte zu sehen und moderierte von Februar 2009 bis August 2010 das Segment “Sixtus vs. Lobo” in der Computershow “neues” auf 3sat.
Seine Zusammenarbeit mit dem Telekommunikationsunternehmen Vodafone im Jahr 2009 löste eine Kontroverse aus, da viele ihm vorwarfen, das Web 2.0 zu kommerzialisieren. Im Jahr 2010 übernahm Lobo die Rolle des “Chefredakteurs für einen Tag” bei der Koblenzer Rhein-Zeitung. Im selben Jahr veröffentlichte er seinen Roman “Strohfeuer”, der sich mit der New Economy auseinandersetzt.
Lobo begann im Januar 2011 für Spiegel Online zu schreiben und setzte sich für eine offenere Kultur des Online-Diskurses ein. Zu seinen Unternehmungen gehört auch die Mitgründung der E-Book-Plattform Sobooks im Jahr 2014, die allerdings 2018 eingestellt wurde. In den letzten Jahren hat er Dokumentarfilme für ZDFneo produziert und 2019 das Buch “Realitätsschock” verfasst, in dem er sich mit den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen auseinandersetzt.
Politik:
Lobo war von 2007 bis 2009 Mitglied im Online-Beirat der SPD und von 2008 bis 2010 in der Initiative D21. Er gehörte zu den Initiatoren der Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die im November 2016 veröffentlicht wurde. Seit 2017 ist er Mitglied des Digitalen Rates der Niedersächsischen Landesregierung.
Der Empfang:
Lobos markantes Erscheinungsbild, das durch seinen roten Irokesenschnitt gekennzeichnet ist (der im September 2022 rosa gefärbt wurde), ist ein Markenzeichen seiner öffentlichen Persona. Er wurde oft als Sprecher des Web 2.0 bezeichnet, und während einige seine Einsichten loben, kritisieren andere ihn für seine Omnipräsenz in den Medien. Sein Talent, neue Begriffe wie “Digitale Bohème” und “Shitstorm” zu prägen, zeigt seine einflussreiche Rolle bei der Gestaltung des digitalen Lexikons.
Im November 2019 sprach sich Lobo in einer Talkshow für die Regulierung bestimmter Meinungen aus, was zu einer gewissen Gegenreaktion seitens der Medien führte, die ihm vorwarfen, die Meinungsfreiheit einzuschränken.
Veröffentlichungen:
Lobos Bibliographie ist umfangreich und reicht von Gemeinschaftsprojekten wie “Wir nennen es Arbeit” (2006) und “Riesenmaschine” (2007) bis hin zu Soloprojekten wie “Strohfeuer” (2010) und “Realitätsschock” (2019). Seine Texte drehen sich oft um die digitale Landschaft, gesellschaftliche Auswirkungen und die sich entwickelnde Natur der Arbeit im Zeitalter des Internets.
Vermächtnis:
Sascha Lobo ist zwar eine zwiespältige Figur in der digitalen Welt, aber seine Beiträge zum Diskurs über das Internet, seine Kultur und seine gesellschaftlichen Auswirkungen sind unbestreitbar. Seine Fähigkeit, komplexe digitale Phänomene in verständliche Worte zu fassen, hat ihn zu einem gefragten Kommentator gemacht, auch wenn das nicht ohne Kontroversen abging.
